MARKTGEMEINDE LUDWEIS-AIGEN
STUDIE ABWASSERENTSORGUNG

Über Auftrag der Marktgemeinde Ludweis-Aigen wurde im Jahr 1996 eine Studie durchgeführt, die die Möglichkeiten der Abwasserentsorgung im Gemeindegebiet von der Seite der technischen und rechtlichen Realiserbarkeit und der daraus folgenden Kosten vergleicht (Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Varianten).

Die Ortschaft Sauggern.. Wie bei vielen andere Ortschaften im ländlichen Raum - hier im Waldviertel - ist die Situation durch verstreut liegende Orte mit wenigen Einwohnern gekennzeichnet. Zusätzlich sind im Projektsgebiet nur wenige Vorfluter (Bäche, in die ein Kläranlagenablauf eingeleitet werden kann) vorhanden, die eine größere Wasserführung haben. Damit werden an die Kläranlagen bzw. deren Reinigungsleistung erhöhte Anforderungen gestellt.

Das Planungsgebiet umfaßt alle 14 Ortschaften des Gemeindegebietes. Die Orte haben zwischen 240 und 40 Bewohner (Haupt- und Zweitwohnsitzer), insgesamt hat die Gemeinde 1.459 Einwohner; der Abwasseranfall bzw. die Schmutzfracht wird mit insgesamt 1.850 EGW in Rechnung gestellt.

Aufgrund von Begehungen, Befahrungen, dem zur Verfügung stehenden Planmaterial (gültiger Flächenwidmungsplan) und barometrischen Höhenaufnahmen wurden die für die Errichtung der Ortsnetze und der Varianten der Abwasserableitung und -reinigung notwendigen Bauteile ermittelt.

Für die einzelnen Ortschaften wurden auf dieser Grundlage auch Entwässerungskonzepte erstellt..

Für die Abwasserableitung und -reinigung wurden sechs verschiedene Varianten untersucht.

Diese beruhen auf der Voraussetzung, daß jeweils nur Schmutzwasser auf die Kläranlagen (die als Belebtschlammanlagen konzipiert sind) abgeleitet wird. Bei Kläranlagen an Vorflutern mit geringer Wasserführung sind zum Teil zusätzliche Reinigungsmaßnahmen wie nachgeschaltete Pflanzenfilter bzw. Phosphatfällung notwendig. Der Klärschlamm soll "vererdet" und auf geeignete Flächen ausgebracht werden.

Die untersuchten Varianten reichen von einer dezentralen Lösung (Variante 1, 13 Kläranlagen) bis zu einer Zentralvariante (Variante 5, 1 Kläranlage).

Der Wirtschaftlichkeitsvergleich erfolgte nach der Berchnungsmethode der "LAWA" (Projektskostenbarwerte, in denen die volkswirtschaftlichen Kosten der Gesamtanlage auf ihre Lebenzeit berücksichtigt werden).

Als die günstigsten Lösungen haben sich Varianten mit 8 bzw. 9 Kläranlagen (zwischen 75 und 500 EGW), also dezentrale Lösungen mit Gruppen- bzw. Einzelanlagen herausgestellt.

Dieses Ergebnis wurde einer umfangreichen Empfindlichkeitsuntersuchung unterzogen, bei der die Kostenansätze (spezifische Baukosten) und die Parameter des Projektskostenbarwertmodells in weiten Grenzen verändert wurden. Dabei zeigt sich, daß über einen großen Bereich (Änderungen der spezifischen Baukosten und Betriebskosten auf 50 % bis 150 % des Ausgangswertes) keine Änderung des Vorteils der günstigsten Variante eintritt.

Da jedoch bei dieser Variante 2 Kläranlagen an Vorflutern mit sehr geringer Wasserführung liegen, wodurch die zulässigen Ablaufwerte der Immissionsberechnung nicht eingehalten werden können, soll für diese Standorte eine "ökologische Funktionsfähigkeitsprüfung" durchgeführt werden, um die wasserrechtliche Bewilligungsfähigkeit dieser Standorte bestätigen zu lassen.