STADTGEMEINDE AMSTETTEN
HOCHWASSERSCHUTZ GSCHIRMBACH

In der Stadt Amstetten kam es in der Vergangenheit (zuletzt im Mai 1996) immer wieder zu katastrophalen Hochwasserereignissen infolge von Starkregenereignissen. Die Gewitterregen im Einzugsgebiet der durch das Stadtgebiet verlaufenden Bäche Gschirmbach und Edlabach führten zu Überflutungen der Siedlungsgebiete entlang der Bäche, vor allem aber zu Überflutungen im Stadtzentrum von Amstetten mit Schäden in Millionenhöhe.

Hochwasserereignis in Amstetten

Durch die Errichtung von 3 Regenrückhaltebecken am Gschirm- und Edlabach und dem Ausbau der Gerinne im Ortsgebiet soll die Hochwassergefahr entschärft werden.

Das betroffene Gebiet ist rd. 5,0 km2 groß, wobei ein Bereich von ca. 4,1 km2 durch die Retentionsmaßnahmen erfaßt wird. Der maximale derzeitige Hochwasserabfluß bei einem 100-jährlichen Ereignis beträgt ca. 21 m3/s und wird durch die Rückhaltemaßnahmen auf rd. 12 m3/s reduziert. Damit können bestehende Regulierungsstrecken im Ort erhalten bleiben und es ist z.T. möglich, Gerinnequerschnitte großzügiger zu gestalten.

Die Rückhaltebecken sind im Hauptschluß errichtet, d.h. die Vorfluter fließen durch den Rückstauraum und queren das Sperrbauwerk durch einen gedeckten Grundablaß. Die Sperren werden als homogene Erddämme errichtet, wobei die Böschungsneigung 1:2 beträgt und die Kronenbreite zwischen 3,0 und 4,0 m variiert. Die maximale Dammhöhe von der Gerinnesohle bis zur Dammoberkante wird beim Rückhaltebecken 6 (RHB 6) rd. 6,5 m betragen. Die Dämme der beiden anderen Rückhaltebecken werden niedriger ausgeführt. Das nutzbare Retentionsvolumen beträgt beim RHB 6 rd. 17.000 m3 und insgesamt etwa 40.000 m3.

Zur Drosselung der aus den Becken abfließenden Wassermenge werden in einem Drosselbauwerk im Damm wasserstandsgesteuerte Abflußmengenregler eingebaut, die eine konstante Abflußleistung gewährleisten. Die Abflußmengenregler leisten dabei zwischen 1,5 m3/s und 4,0 m3/s.

Als Notüberlaufeinrichtungen sind gepflasterte Überströmstrecken in der Dammkrone vorgesehen, die ebenso wie die Grundablässe in Tosbecken münden.

Der Gerinneabschnitt des Edlabaches im Ortsgebiet ist auf eine Abflußmenge von 3,8 m3/s bemessen. Die Ausbauwassermenge am Gschirmbach beträgt für HQ100 rd. 9 m3/s bis 13 m3/s.

Das RHB 4 am Edlabach wurde 1995 errichtet und hat beim Hochwasserereignis im Mai 1996 die Abflußmenge deutlich reduziert. Die Becken RHB 5 und RHB 6 sind im Einreichstadium. Die Baumaßnahmen an den Gerinnestrecken sind derzeit im Gange.

Wien, im Juli 1997